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Der
Sage nach wurde der kleine Lacplešis ausgesetzt und von einer
Bärin erzogen. Er wuchs zu einem starken jungen Mann heran und
beschützte sein Heimatland mit seiner Bärenkraft. Eines Tages
kämpfte Lacplešis gegen einen dreiköpfigen Riesen. Der Kampf wollte
und wollte nicht zu Ende gehen, und schließlich wurden die beiden,
im Ringkampf ineinander verkeilt, ins Meer hinaus gespült. Mit
dem Verlust ihres Beschützers verloren die Letten auch ihre Freiheit.
Erst kamen die Kreuzritter, dann der russische Zar, die Deutschen
und die Russen. Seit 1991 ist Lettland endlich wieder selbstständig.
Heute leben in Lettland rund 2,5 Millionen Menschen auf einer
Fläche von 65.000 km².
Riga
(940.000 Ew.). Die lettische
Hauptstadt liegt an der Mündung der Daugava (dt. Düna)
und ist die größte Stadt im gesamten Baltikum. Riga war lange
Zeit ein wichtiges Mitglied der Hanse und Zentrum des Deutschen
Ordens im Baltikum. Die UNESCO erklärte 1997 das historische Zentrum
der Stadt zum Weltkulturerbe. Alleen mit Häusern aus der Zeit
des Jugendstils, mehr als 140 Garten- und Parkanlagen, zahlreiche
Denkmäler, ca. 50 Museen, Märkte, Straßenmusikanten und eine Vielzahl
an Kultur und Geschichte haben Riga den Namen ››Paris des Nordens‹‹
eingebracht. Nach einem Stadtrundgang bietet der Domplatz
einen idealen Ort zur Stärkung in einem der Cafés. Der Dom wurde
bereits im 13. Jahrhundert erbaut. Der Platz um das Bauwerk entstand
allerdings erst um 1900. Vom Turm der Petrikirche aus hat
man einen wunderschönen Blick über die Altstadt. Neben zahlreichen
anderen Kirchen sollte man unbedingt die alte Stadtmauer,
das Schwedentor und das Freiheitsdenkmal gesehen
haben. Etwa 17 km entfernt von Riga liegt das Seebad Jurmala
mit einem sehr schönen, weißen Sandstrand. Die Kleinstadt setzt
sich aus mehreren ehemaligen Fischerdörfern zusammen und hat uralte
Parks mit herrlichen Kiefernbeständen. Für einen Ausflug von Riga
aus eignet sich auch der Gauja-Nationalpark hervorragend.
Wälder, durchzogen von zahlreichen Flüssen und Bächen, machen
den größten und ältesten Nationalpark Lettlands zu einem Paradies
für Wanderer, Radfahrer und Paddler. Im Winter gibt es zahlreiche
Loipen und ein Skigebiet. Sehenswerte Städte im Nationalpark sind
Sigulda, Cesis (dt. Wenden) und die Bischofsburg von
Turaida.
Noch
ein Stückchen weiter im Norden, nicht weit von der Grenze zu Estland
entfernt, gelangt man von dem Ort Mazsalaca aus in das
sagenumwobene Tal der Salaca. Der Weg führt am gleichnamigen
Fluss entlang, vorbei an Holzskulpturen, der Werwolf-Kiefer, die
Männer bei bestimmten Worten in einen Werwolf verwandeln soll,
der Treppe der Träume, dem Echofelsen und vielen weiteren sagenumwobenen
Stätten. Von Mai bis September ist er auch mit dem Auto befahrbar,
allerdings lohnt es sich zu Fuß weitaus mehr.
Jelgava (71.000
Ew.). Die Stadt liegt etwa 40 km südlich von der Hauptstadt
Riga und bildet mit sechs Autobahnen und mehreren Zuglinien den
Knotenpunkt des Landes. Trotzdem ist sie eine der grünsten Städte
Lettlands. Zudem stellt Jelgava das Zentrum für Bildung, Kultur
und Wissenschaft dar. Auf der Insel Pilssala im Fluss Lielupe
liegt das Schloss Jelgava, in dem heute die landwirtschaftliche
Universität ihren Sitz hat. Die drei älteren Flügel des Gebäudes
stammen aus dem 18. Jahrhundert, ein vierter wurde 1937 angebaut.
Im 19. Jahrhundert war das Schloss Sitz von Ludwig XVIII., dem
späteren Herrscher Frankreichs.
Nahe des Ortes
Dobele liegt der Landschaftspark Tervete. Auf unzähligen
Pfaden, über kleine Brücken kann man durch malerische Wälder spazieren.
Der Waldpark ist in verschiedene Bereiche unterteilt. An jeder
Ecke finden sich themenbezogen Holzskulpturen und Romanfiguren.
Liepaja (100.000
Ew.). Als ehemals größter Marinestützpunkt der russischen
Armee war Liepaja lange Zeit für Ausländer geschlossen. Die Stadt
liegt zwischen der Ostsee und den Seen Liepaja und Tosmare. Neben
der großen Hafenanlage ist auch die Altstadt mit zahlreichen Häusern
im Jugendstil und Neo-Klassizismus sehenswert. Besonders bekannt
ist die Dreifaltigkeitskirche (Liela iela), deren Orgel
bis 1912 die größte der Welt war. Heute ist sie die weltgrößte
nicht umgebaute Orgel. Für die Strandurlauber gibt es eine kilometerlange
››Liegewiese‹‹: Statt Palmen stehen hier zwar Kiefern, aber das
tiefblaue Wasser und der weiße Sand vermitteln ein gewisses Karibik-Flair.
Aluksne. Im
Norden Lettlands, dicht an der Grenze zu Russland und Estland,
liegt die Keinstadt inmitten unberührter Natur, durchzogen von
malerischen Flüssen und Bächen. Von Aluksne (dt. Marienburg) nach
Gulbene gibt es seit nunmehr 100 Jahren die letzte Schmalspureisenbahn
Lettlands. Die Fahrt dauert ca. 3,5 Stunden.
Im Südosten des
Landes liegt auf dem Hügel zwischen den beiden Seen Egles und
Ciriša, etwa 50 km entfernt von der Stadt Daugavpils (dt. Dünaburg),
die Basilika von Aglona. Im Jahr 1699 gründete der Dominikanerorden
dort ein Kloster. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Basilika
errichtet. Seitdem ist der Hügel das geistliche Zentrum der Katholiken
in Lettland. Das Innere der barocken Basilika ist mit Grisaillemalereien
im Stil des Rokoko verziert. Heute ist der Hügel ein beliebtes
Wallfahrtsziel und wird jährlich von 50.000 Gläubigen besucht.
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