Russische Barentsregion (1):

Republik Karelien

Fläche:

180.000 qkm

Einwohnerzahl:

780.000

Größte Städte:

Petrosawodsk (270.000 E.)
Kondopoga (37.000 E.)
Segezha (37.000 E.)
Kostomuksha (31.000 E.)


Fast die Hälfte Kareliens wird von Gewässern bedeckt, darunter die beiden größten Seen Europas, Ladoga und Onega. Das übrige Gebiet ist vorwiegend bewaldet. Karelien ist mit dem benachbarten Finnland eng verbunden, mit dem es eine 700 Kilometer lange Grenze teilt. Ein bedeutender Teil des finnischen Kulturerbes hat hier seine Wurzeln, darunter auch das finnische Nationalepos Kalevala. Finnisch-karelisch ist die zweite offizielle Sprache der Republik.

Die Geschichte Kareliens läßt sich bis in die Urzeit zurückverfolgen. An den Ufern des Onegasees und des Weißen Meeres sind Steinzeichnungen erhalten, die vor 6000 Jahren in die Klippen gemeißelt wurde. Sehenswert sind auch zahlreiche historische Bauwerke, vor allem Klöster und Kirchen. An vielen Orten dokumentieren Denkmäler die oftmals brutalen Ereignisse unseres Jahrhunderts: die Monumente des finnisch-russischen Kriegs, die Gefangenenlager der Stalin-Zeit und auch der Weißmeer-Onega-Kanal ("Stalinkanal"), bei dessen Bauarbeiten über 100.000 Zwangsarbeiter ihr Leben ließen.

Jeder dritte der rund 450.000 erwerbstätigen Karelier ist im industriellen Sektor beschäftigt, wobei Holzverarbeitung, Maschinenbau und Metallverarbeitung dominieren. Vor allem die Holzindustrie nimmt eine überragende Stellung ein: bei einem Anteil von 0,3 % an der Gesamtbevölkerung Rußlands beträgt der karelische Produktionsanteil 33,5 % bei Papier und 30 % bei Produktionsmitteln für die Zellulose- und Papierproduktion.

Der Tourismus gehört zu den aufstrebenden Wirtschaftszweigen. Die herrliche Naturlandschaft, kombiniert mit interessanten Sehenswürdigkeiten, bietet hierfür beste Voraussetzungen. Die meisten ausländische Gäste besuchen das Land im Rahmen einer Fluß- und Seenkreuzfahrt zwischen St. Petersburg und Moskau. Immer mehr Gäste unternehmen aber auch kürzere Reisen von Finnland aus oder Flugreisen mit der FINNAIR (ab Helsinki bzw. Joensuu) in das Gebiet der Hauptstadt Petrosawodsk. Reisen mit dem eigenen PKW sind ebenfalls möglich. Die Hauptstraßen sind asphaltiert, bleifreies Benzin gibt es jedoch nur im Bereich von Petrosawodsk.

 

Sehenswert in Karelien:

Die weitläufige Klosteranlage auf der Insel Valaam im Ladoga-See mit mehreren Klausen und Kirchen gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des europäischen Nordens. Dieses orthodoxe Mönchskloster wird jährlich von einigen Zehntausend Reisenden besucht. Mit dem Schiff von Sortavala zu erreichen.

Die Stadt Olonez (12.000 Einwohner) ist Mittelpunkt eines fruchtbaren Agrardistrikts. 1137 begründet. Interessantes Heimatmuseum und Kunstschule. Guter Ausgangspunkt für Tagesausflüge bis nach St. Petersburg, für längere Aufenthalte geeignet. Empfehlenswertes Hotel.

Stadplan PetrosawodskPETROSAWODSK. Landeshauptstadt mit 270.000 Einwohnern. 1703 begründet, Stadtrechte seit 1777. Heimatmuseum, Kunstmuseum (mit großer Ikonen-Sammlung), Alexander-Nevskij-Kathedrale. Mehrere Theater. Staatliches Symphonieorchester. Sehenswerte historische Gebäude im Stadtzentrum. Schöne Strandpromenade mit Skulpturen am Onega-Ufer. Zahlreiche gute Restaurants. Empfehlenswerte Hotels: Severnja und Fregat (moderne Zimmer), Karelia (einfacher Komfort).

Kizhi. Insel mit Holzkirchen-Ensemble, traditionellen Häusern und Sammlung historischer Gegenstände. Die Holzkirche von Kizhi mit ihren 22 Kuppeln steht auf der UNESCO-Liste der Weltkulturgüter. Mit dem Linienschnellboot im Sommer täglich von Petrosawodsk zu erreichen (deutsche Führung).

Kondopoga (37.000 Einwohner) Industriestadt nördlich von Petrosawodsk. In ihrer Nähe befindet sich der Wasserfall Kivatch mit einem schönen Naturgebiet. Modernes Hotel.

Die Weißmeerstadt Kem liegt an der Mündung des gleichnamigen Flusses. Ca. 18.000 Einwohner. Interessante Ausstellung des Freilichtmuseums Pormorje.

Ebenfalls im Norden liegt Belomorsk (17.000 Einwohner), mit frühgeschichtlichen Wohnstätten und 5.-6.000 Jahre alten Felsbildern. Insel Troitskij mit historischen Gebäuden. Guter Ausgangspunkt für Bootsausflug zur Insel Solovetskie (Bez. Archangelsk) mit orthodoxer Klosteranlage, zahlreichen historischen Gebäuden und Naturpark.

Die moderne Industriestadt Kostomuksha nahe der finnischen Grenze (30.000 Einwohner) wurde teilweise durch finnische Firmen erbaut. Sehenswert: Kulturprogramm der "Karelischen Kammer". Schönes Naturgebiet mit Aktivitätsangeboten in der Nähe.

Paanajärvi ist ein Wildnisgebiet und Nationalpark an der finnischen Grenze mit moderner Wildnis-Lodge in traditionellem Stil. Herrliche Naturferien mit zeitgemäßem Komfort. Wanderungen, Angeln, Jagen, Naturbeobachtung, Bootsfahrten usw. Bequeme Unterbringung in der modernen Wildnis-Lodge Zibringa, außerdem einfache Hütten in idyllischer Lage im Park.

Der Bezirksort KALEVALA mit zahlreichen Häusern in typisch karelischem Stil ist ein Zentrum der finnisch-karelischen Kulturtradition. Hier sammelte der finnische Nationaldichter Elias Lönnrot den größten Teil der Sagen für das Volksepos Kalevala.

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