Musikfestivals in Dänemark



Weite Sandstrände, geduckte Dünenhäuschen, Dorfidylle -
daran denken die meisten, wenn sie Dänemark hören. Doch das kleine skandinavische Land hat noch mehr zu bieten - zum Beispiel ein reichhaltiges Angebot an Festivitäten:
Das ganze Jahr über finden an vielen Stellen im Land Konzerte, Theateraufführungen, Spiele und Märkte jeder Couleur statt. Besonders wichtig ist den Veranstaltern die Musik.

 

 
Das Highlight: Roskilde-Festival
Wer Lust hat, kann sich Ende Juni auf eine zweimonatige Rundreise begeben, auf der von Folk über Rock, Techno, Jazz bis hin zur E-Musik alles geboten wird. Und das auf hochkarätigen Festivals, die ihresgleichen in Europa suchen.

Das absolute Highlight des Sommers findet seit rund 30 Jahren am letzten Wochenende im Juni in Roskilde statt. Auf dem bekanntesten Open-Air Festival Europas kommen Fans von Rock und Pop voll auf ihre Kosten. Vier Tage lang Musik pur, das Angebot ist überwältigend. An die 100.000 Besucher aller Altersklassen kommen jedes Jahr zusammen, um an dem Riesenspektakel teilzuhaben, das erstmals 2 Jahre nach Woodstock stattfand. Die Ähnlichkeit mit der amerikanischen »Mutter aller Festivals« bleibt unverkennbar. Auf wenigstens acht Bühnen treten weit über hundert Musikgrößen aus aller Welt auf, Bands und Solisten jeglicher Stilrichtungen, Theatergruppen und Performancekünstler: „Viele Leute von heute und morgen und ein paar von gestern", so die Devise der Veranstalter. Mehr als ein Quadratkilometer Festivalgelände bietet Platz für eine großzügige Verteilung, die auch dann Musikgenuß verspricht, wenn auf allen Bühnen gleichzeitig gespielt wird. Und dank direkter Übertragung der Darbietungen auf überdimensionale Leinwände ist auf dem Hauptplatz auch in den hintersten Ecken für visuelle Eindrücke gesorgt.

Wer im Anschluß an Roskilde noch Lust auf Trubel und vor allem auf mehr und vielseitigen Jazz bekommen hat, der sollte gleich weiterreisen nach Kopenhagen. Dort treffen sich Anfang Juli Anhänger aus aller Welt zu einem Festival, das weit über Dänemarks Grenzen hinaus bekannt ist. In Kneipen, auf Straßen, Plätzen, ja selbst auf Kanalbooten spielen internationale Jazzgrößen jeder erdenklichen Stilrichtung. Die ganze Stadt pulsiert im Rhythmus der Musik.

Die wohlverdiente Ruhe und Besinnlichkeit nach einem großen Fest ist in Dänemark leicht zu finden - doch auch dabei muß auf musikalische Genüsse nicht verzichtet werden. Das Vendsyssel-Festival in Nordjütland bietet beides: Von Mitte Juli bis Mitte August finden in Kirchen, Herrenhäusern und Museen über 50 Konzerte statt, die zusammen eine der bedeutendsten klassischen Musikveranstaltungen Skandinaviens ergeben. Vertreten sind dort neben dänischen auch viele internationale Interpreten, neben populären Größen auch eine ganze Menge Newcomer.

Den Abschluß der Reise könnte noch einmal ein Musikgenuß der spritzigeren Art bilden. Das Folk-Festival im südlich gelegenen Tønder ist zwar kleiner als das Jazz-Festival in Kopenhagen, unter Kennern ist es deshalb aber nicht weniger beliebt. Immerhin gehört es auch zu den größten seiner Art in Europa, und wer statt Trompeten lieber tin-whistles hört, auf eine Stadt im Musikfieber jedoch trotzdem nicht verzichten will, der ist hier bestimmt gut aufgehoben. Glücklicherweise bietet die Zeitplanung Raum für beides - in Tønder geht erst am letzten Augustwochenende musikmäßig die Post ab.

(Silke Wolfram)