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Hochlandstraßen Jahrhundertelang war das Hochland den Isländern vertraut. Erst im Laufe des 17. und 18. Jh. gerieten alte Wege durch zunehmende Erosion im Landesinnern und die Entstehung der Fischerdörfer am Meer in Vergessenheit.
1933 dauerte die erste Autofahrt über den Sprengisandur noch eine Woche. Doch nach wie vor ist das Landesinnere ausschließlich für allradgetriebene Fahrzeuge zugänglich. Tankstellen und Einkaufsmöglichkeiten gibt es nicht. Die Pisten sind aus Schotter und losem Material, manchmal nur schwer zu erkennen und können nach starken Regenfällen in kürzester Zeit unbefahrbar werden.
Zahlreiche Flüsse sind nicht überbrückt und müssen durchfurtet werden. Die meisten Hochlandstraßen sind nur von Ende Juni bis Ende September passierbar.
- Allgemeine Hinweise zum Fahren im Hochland erhalten Sie beim
Isländischen Fremdenverkehrsamt, Tel. 06102-254 388, Fax 254 570.Vor Antritt einer Hochlandfahrt müssen Sie sich dann vor Ort immer bei einer regionalen Touristeninformation oder unter Tel. 562 1500 und 800 6316 über den Zustand einer Hochlandstraße erkundigen. Bei Beachtung der notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ist eine Fahrt ins Landesinnere eines der größten Abenteuer, die Europa zu bieten hat.
Zwei Routen durch das Landesinnere verbinden S und N der Insel: Der Kjölur im westlichen Hochland ist etwas kürzer und einfacher als der Sprengisandur im mittleren Hochland. Daneben gibt es ein Pistennetz im südlichen Hochland, dessen "Schnittstelle" das Thermalgebiet Landmannalaugar darstellt, sowie den Öskjuleidh östlich des Myvatns nach S zu den Herdhubreidhalindir, der Askja und den Kverkfjöll im östlichen Hochland.
F 28, Sprengisandur
(200 km vom Kraftwerk Sigalda bis Myri im Bárdhardalur)
im S Anschluß über die F 26 oder F 32Bekannteste Hochlandstrecke und Ursprung zahlreicher Legenden und Lieder. Größtenteils eintönige und abwechslungsarme Grundmoränenlandschaft bar jeglicher Vegetation, aber mit hinreißendem Panorama zwischen den Gletschern Hofsjökull im W und Vatnajökull im O. Zwei Berghütten, Versalir im S und Nyidalur in der Mitte der ca. 12-13 Stunden langen Fahrtstrecke. Am nördlichen Ende basaltsäulengerahmter Wasserfall Aldeyjarfoss.
- Abzweigungen: im S auf der F 22 ein 37 km langer Rundkurs zu den beliebten Angelseen Veidhivötn; auf halber Strecke auf der F 98 Richtung O ca. 120 km am Nordrand des Vatnajökull entlang, Anschluß an die F 88 zum Askjamassiv (gefährlichste Straße überhaupt, auch Allradwagen nur im Konvoi); im nördlichen Teil über die F 72 71 km bis in den Skagafjördhur oder über die F 82 75 km bis nach Akureyri.
F 37, Kjölur / Kjalvegur
(161 km von Gullfoss im S bis Ringstraße im N)
Landschaftlich abwechslungsreichste Hochlandstrecke, gesäumt von den Gletschern Langjökull im W und Hofsjökull im O. Zunächst ausgedehnte Grundmoränenlandschaft bis zum höchsten Punkt, dem Paß Bláfell (610 m). Blick über den Gletschersee Hvítárvatn und eine kalbende Gletscherzunge. Wanderung entlang dem Seeufer, Singschwäne und Wildgänse brüten hier. Unbewirtschaftete Berghütten. Nach O führt eine 10 km lange Stichstraße ins buntschillernde Liparitgebirge Kerlingarfjöll, Thermalgebiet mit schönen Solfataren und Sommerskigebiet. Nach 2/3 des Weges
heiße Quellen von Hveravellir mit Berghütte, Zeltplatz und steingefasstem Naturbecken zum Baden mit Gletschersicht.
Im nördlichen Teil aufgrund des Stauseesprojekts Blöndulón immer besser ausgebaut. Die seit Ende der 80er Jahre aufgestaute Blöndulón ist mit inzwischen über 56 km2 der viertgrößte See des Landes. Das Kraftwerk erzeugt bei einer Wasserfallhöhe von 288 m 150 MW Leistung.
F 23, Landmannaleidh und
F 22, Fjallabaksleidh nyrdhri
(114 km zuerst von 26 Richtung O nach Landmannalaugar, dann auf F 22 nach S bis Anschluß 208)
Ins
Thermalgebiet Landmannalaugar, dem größten Rhyolithgebirge Islands, führen von W zwei Zufahrtswege: landschaftlich unbedingt zu bevorzugen ist die F 23. Wo Anfang des Jh.s noch Wälder standen, führt die F 23 zunächst über pechrabenschwarze Lavaströme und feinste Vulkanaschepisten, danach durch moosgrüne Hochlandtäler.
- Abzweigungen führen nach S ins selten besuchte Thermalgebiet Hrafntinnusker (15 km) und zu den nahen Höhlen Landmannhellir (3 km) mit Zeltplatz. In Landmannlaugar Badegelegenheit und zahlreiche Wandermöglichkeiten, z.B. auf den Aussichtsberg Bláhnúkur (951 m) und in die nahen Lavafelder.
An der F 22 nach S liegt die
Eldgjá, die größte Vulkanschlucht der Welt: 5 km lang, 600 m breit und 200 m tief, entstand bei einem Ausbruch 934 n.Chr., entdeckt 1893. Eines der beliebtesten Fotomotive der Insel, der Wasserfall Ófærufoss mit Naturbrücke, existiert nicht mehr. Der Schneeschmelze im Frühling 1993 hielt die Brücke nicht mehr stand.
F 88, Öskjuleidh
(ab Ringstraße bis Askja und zurück 202 km)
Von der Ringstraße beim Ringwallkrater Hrossaborg (40 m) nach S in die Ódádhahraun (Missetäterwüste), größtes zusammenhängendes Lavafeld des Landes (5.000 km2), im Laufe von Jahrtausenden aus unzähligen Spalten und Kratern entstanden. Im Sommer trocken und heiß.
Herdhubreidharlindir, plötzlich erscheinende grüne Oase am Fuß des markanten Tafelvulkans Herdhubreidh (1.682 m). Hütte und Zeltplatz. Unweit davon Reste der Behausung des Geächteten Fjalla-Eyvindur von 1773/74. Am Fuß des die Umgebung 700 m überragenden Bergmassivs Dyngjufjöll (1.510 m) die begehbare Schlucht Drekagil. Weiterfahrt an den Rand der 46 km2 großen Caldera Askja, einer kesselförmigen Einsenkung im Zentrum des Massivs. Fußweg zum Kratersee Víti von 1875 mit warmem Wasser, Badegelegenheit. Der See Öskjuvatn (11 km2) ist der tiefste des Landes (217 m) und entstand nach dem Ausbruch von 1875.
- Anschlußverbindungen: Querverbindung auf der F 98 ab Drekagil zum Sprengisandur oder auf der F 98 östlich der Askja zum Thermalgebiet Kverkfjöll am N-Rand des Vatnajökull, Berghütte und Zeltplatz.
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