Städte-Info:

Metropole im Nordatlantik

Reykjavík

Islands Hauptstadt Reykjavík hat 106.000 Einwohner. Der erste Siedler Islands, der Norweger Ingólfur Arnason, errichtete 874 dort einen Hof, wo seine ins Meer geworfenen Hochsitzpfosten an Land getrieben wurden. Unweit der Stelle sah er Dampfsäulen aufsteigen und nannte den Platz Reykjavík (Rauchbucht). Die Verleihung des Stadtrechtes an den kleinen Handelsplatz 1786 gilt als Gründungsdatum der Stadt.

Althing (Parlament)

Die Altstadt beschränkt sich auf ein kleines Karré zwischen Tjörnin und Meer. Hier befindet sich der Platz Austurvöllur mit der Statue von Jón Sigurdhsson, dem Vorkämpfer eines unabhängigen Island, das in grauem Basalt gehaltene Parlamentsgebäude Althing (1881) und links davon die lutherische Dómkirkja (1796), Sitz des Bischofs von Island. In der Adalstræti 10 liegt Fógetinn, das älteste Gebäude der Stadt von 1751, schräg gegenüber der neu gestaltete Ingólfstorg mit dampfenden Basaltsäulen zum Gedenken an den ersten Siedler. Vom Ingólfstorg zweigt die Austurstræti ab. An deren Ende, am Busbahnhof Lækjartorg, befindet sich Stjórnarrádhidh, 1765 von den Dänen als Gefängnis errichtet, heute Sitz des Premierministers. Bergan mündet die Bankastræti in den Laugavegur, die wichtigste Einkaufstrasse der Stadt. Idealer Start für einen Stadtrundgang ist die ganz Reykjavík überragende

Hallgrímskirkja, Wahrzeichen der Stadt, erbaut 1945-86. Vom 73 m hohen Turm beste Aussicht über Stadt und Meer. Der Architekt Gudhjón Samúelsson hat das neogotische Bauwerk nach dem Vorbild mittelalterlicher Kirchenbaukunst geschaffen. Vor dem Portal steht die Statue von Leifur Eiríksson, der im Jahre 1000 Amerika entdeckte.

Unmittelbar neben der Hallgrímskirkja befindet sich das Museum von Einar Jónsson, einem isländischen Bildhauer.

Stadtsee Tjörnin

Der See Tjörnin mitten in der Stadt ist ein bedeutendes Vogelschutzgebiet. Schautafeln. Auffällig ist das 1992 am NW-Ufer eingeweihte, auf Säulen stehende Rathaus mit der sehenswerten Reliefkarte des Landes im Erdgeschoß. Am Uferweg Fríkirkjuvegur unterhalb der Hallgrímskirkja befindet sich Listasafn Íslands, die Nationalgalerie für moderne Kunst.

Thjódhminjasafnidh, das Nationalmuseum Islands, zeigt einen Großteil des isländischen Kulturgutes und gibt einen Überblick über die Siedlungsgeschichte bis ins 19. Jh. Schwerpunkt sind Archäologie, Kunsthandwerk (Textil, Holz, Metall) sowie sakrale Kunst.

In der angrenzenden Universität sind im Handschrifteninstitut Árna Stofnun Magnússonar (Suthurgata 4), mittelalterliche Pergamenthandschriften ausgestellt.

Die katholische Kirche Reykjavíks, Kristkirkja/Landakotskirkja, wurde 1929 geweiht. 1989 predigte hier, beim ersten Papstbesuch in der Geschichte Islands, Papst Johannes Paul II.

7 km außerhalb der Stadt nach O liegt das sehenswerte Freilichtmuseum Árbær. Rund um den bis 1948 bewohnten Torfhof aus Grassoden und Torfplaggen, über Jahrhunderte die typische isländische Bauweise, wurden Wohn- und Handwerkshäuser aus dem Reykjavík des 19. Jahrhunderts wiederaufgebaut. Ältestes Haus ist eine Schmiede von 1820. Ebenfalls zu besichtigen die Torfkirche Silfrastadhir von 1842.

Das Laugardalur, das Tal der warmen Quellen, liegt drei Kilometer außerhalb der Stadtmitte. Bis Anfang dieses Jh.s wuschen die Frauen Reykjavíks hier vor den Toren der Stadt ihre Wäsche. Zeltplatz, Jugendherberge und das große Freibad liegen hier. Außerdem der Botanische Garten, ein Zoo und Skulpturengarten samt Museum des Bildhauers Ásmundur Sveinsson (1893-1982). Aus zahlreichen Bohrlöchern wird heißes Wasser aus dem Erdinnern gefördert, mit dem u.a. die Rasenheizung im Fußballstadion betrieben wird.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Kjarvalstadhir, Museum an der Miklabraut, moderne Kunst mit Werkschau des bekanntesten isländischen Malers Jóhannes Kjarval (1885-1972). Perlan, eine futuristische Glaskuppel auf dem Öskjuhlídh, aufgebockt auf sechs gigantischen Wassertanks. Zentrale Verteilstelle der Wasserversorgung der Hauptstadt mit Aussichtsplattform. Höfdhi, alleinstehendes Holzhaus, in dem 1986 das historische Treffen von Reagan und Gorbatschow stattfand. Vidhey, stadtnah gelegene Insel mit dem Restaurant Vidheyjarstofa, dem ältesten Steinhaus Islands (1755).

Ausflüge:

Auf die Halbinsel Reykjanes nach Hafnarfjördhur und zur Blauen Lagune, mit der Autofähre ab Thorlákshofn auf die Vestmannaeyjar oder auf den Golden Circle mit Parlamentstätte Thingvellir, Thermalgebiet Geysir und Wasserfall Gullfoss.

Unterwegs in Reykjavík:

Die Tourist Card berechtigt 1-3 Tage zur Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs, Zutritt zu allen Freibädern und zahlreichen Museum. Für 800-1.200 ISK an der Touristeninformation, am Infoschalter des Rathauses und in Hotels erhältlich. Außerdem verkehrt im Sommer nachmittags stündlich ein Museumsbus für ISK 300 ab Bushaltestelle Lækjartorg.

Weitere Informationen:

Tourist Information Center
Bankastræti 2, IS-101 Reykjavík
Tel. 00354-562 3045
Fax 00354-562 3057