Mini-Karte: Bru - Brajánslækur / Stykkishólmur - Reykjavík

Str. 61, 633 & 60:

Brú - Ísafjördhur - Brjánslækur

(408 km)


Die Vestfirdhir, "Westfjorde", sind ein 400-700 m hohes Felsplateau im NW, das nur über eine 10 km breite Landbrücke mit dem Festland verbunden ist. Der mit bis zu 17 Mio. Jahren geologisch älteste Teil des Landes wurde während der Eiszeit von den Gletschern auserodiert und zeigt heute die beeindruckendste Fjordlandschaft Islands. Mit rund 10.000 Einwohnern besonders dünn besiedelt.

Hólmavík (600 Ew.), einzige Ansiedlung auf dem 300 km weiten Weg bis Ísafjördhur. Ein Fischerdorf, nachdem das nördlichere Djúpavík mit dem Abklingen der goldenen Heringsjahre in den 30er und 40ern zur Geisterstadt wurde.

Herbststimmung am Fjord

Nach der Paßstraße Steingrímsfjardharheidhi verlängern am 55 km langen, an seiner Mündung 18 km breiten Fjord Ísafjardhardjúp sieben Seitenarme die Autokilometer bis Ísafjördhur auf mehr als das Dreifache. Bootsverkehr von Reykjanes im Vatnsfjördhur, übrigens das einzige Thermalgebiet der Westfjorde, nach Ísafjördhur.

Ísafjördhur (3.500 Ew.), Hauptstadt der Westfjorde. 1569 von Hansekaufleuten gegründet.

Byggdha- og Sjóminjasafn Vestfjardha, das überaus sehenswerte Fischereimuseum ist in vier Blockhäusern von 1736-85 untergebracht, die als die besterhaltenen Gebäude jener Zeit gelten.

Verschiedene Bootsausflüge innerhalb der Djúp und zur Halbinsel Hornstrandir, einem 580 km2 großen Naturschutz- und Wandergebiet. Die Buchte, Fjorde und Vogelfelsen der Halbinsel galten jahrhundertelang als Vorratskammer der Isländer. Wegen schwieriger Verkehrsverbindungen seit 1952 völlig verlassen und nur noch Naturfreunden und Wanderern vorbehalten. Keine Straßen und Einkaufsmöglichkeiten.

Die Verkehrsverbindungen nach S wurden 1997 durch neue Tunnels stark verbessert. Im Dorf Flateyri im Önundarfjördhur arbeitete 1889-1901 eine von mehreren Walfabriken der norwegischen Brüder Ellefsen.

Im Arnarfjördhur liegt das Museum Hrafnseyri, eine Gedenkstätte für den isländischen Nationalhelden Jón Sigurdhsson, sowie der höchste und schönste Wasserfall der Westfjorde, der Dynjandi (100 m). In Brjánslækur, Anlegestelle ohne Ort, täglich um die Mittagszeit Abfahrt der Autofähre Baldur mit Zwischenstop in Flatey nach Stykkishólmur.

Ein Abstecher auf der 62 und 612 führt nach Látrabjarg, dem westlichsten Punkt Europas. Vorbei an Patreksfjördhur (1.000 Ew.) zur Jugendherberge Breidhavík.

Westlich davon liegen atemberaubend die Vogelfelsen Látrabjarg, 444 m hoch über dem Atlantik.
Papageientaucher, Lummen, Tordalke und Eissturmvögel zählt man hier nach Millionen, bei manchen Vogelarten die größten Bestände weltweit.