Reisen durch Norwegen

Str. 9: Kristiansand - Haukeligrend

"Setesdalstraße" (240 km)

Von den Schären Südnorwegens führt diese Route durch eines der traditionsreichsten Täler des Landes bis ins Hochgebirge. Als Stichworte seien genannt: Volkstrachten und Silberschmiedekunst, alte Holzbaukunst und Mineralienvorkommen.


Von den Schären Südnorwegens führt diese Route von Kristiansand durch eines der traditionsreichsten Täler des Landes bis ins Hochgebirge. Diese Route zeichnet sich durch ihre Volkstrachten und alten Handwerkskünste wie Silberschmieden und Holzbau aus. Außerdem gibt es im Setesdal viele Mineralienvorkommen. Ab Mosby kann man die Str. 405 bis Vennesla/Grovane nehmen, denn ab hier schickt die Setesdalbahn im Sommer ihre Dampfzüge auf die Museumsstrecke. Str. 454 oder 403 führt wieder zurück auf die 9.

Evje. Zentralort im südlichen Setesdal. "Mineralienpfad" durch mehrere stillgelegte Bergwerke. Malerische Strecke am Byglandsfjord entlang. Ausflüge mit dem Dampfer Bjoren. Ca. 300 m südlich der Kirche von Årdal steht die Lande-Eiche, benannt nach einem der Väter der norwegischen Verfassung, Eivind Lande. Sie soll 900 Jahre alt sein. Bygland. Freilichtmuseum mit Rauchlochstube von 1650. Über die Storstraumenbrücke auf die andere Seeseite. Wasserfall Reiårsfossen. Die alte Straße verläuft auf der Ostseite des Tals (befahrbar, schmal). Einige der traditionsreichsten Silberschmieden liegen in Helle und Rysstad, teils in historischen Gebäuden. Filigrane Broschen, Nadeln und anderer Trachtenschmuck. Nomeland. Silberschmiede Sylvartun in einem Blockhaus von 1673. Valle. Zentralort im nördlichen Setesdal. Hängebrücke über den Prestfossen. Flateland. 2 km abseits der Straße Setesdalmuseum. Freilichtmuseum u.a. mit dem alten Speicher Rygnestadloftet (16. Jh.). Trydal. Hinweistafel auf den alten Verbindungsweg "Byklestigen", der einmal die einzige Verbindung nach Bykle war (zu Fuß erreichbar). Bykle. Auf Grund der langen Abgeschiedenheit typische, gut erhaltene alte Häuser im Setesdal-Stil. Bykle Kirche mit Rosenmalerei aus dem 19. Jh. Huldreheimen Museum, u.a. mit alter Mühle. Hovden. Ferienort, besonders Wintersport. Erlebnisbad Hovden Badeland. Eisengewinnungsmuseum, das die mittelalterliche "Verhüttung" von Raseneisenerz anschaulich macht. Bei Sessvatn erreicht die Straße ihren höchsten Punkt (917 m), bald windet sie sich in engen Kurven nach Haukeligrend an der E 134 hinunter.

Lohnende Weiterfahrt nach Odda (Str. 134/ Str. 13): Von Haukeligrend aus bildet die Haukelistraße (E 134) in Richtung Haukeliseter eine natürliche Verlängerung der Route. Diese Straße wurde 1866 eröffnet und führt durch die südnorwegische Gebirgslandschaft. Auch im Sommer liegt hier oft noch Schnee. Die Straße über das Haukelifjell ist das ganze Jahr hindurch offen. Im Winter kann es Kolonnenfahrten geben, d.h. man wartet mit dem Auto, bis ein Schneepflug kommt und die Autos in einer Kolonne über das Gebirge lotst. So geht niemand in der Schneewüste verloren. Haukeliseter im Hochgebirge wurde 1870 als staatlicher Gebirgshütte eröffnet. Rustikaler Gasthof. Vågslidtunnel (1.600 m). Vorsicht, an der Tunnelöffnung sammeln sich immer viele Schafe! Am Dyrskar-Pass (1.148 m) führt die Straße bis in den Juni zwischen hohen Schneewällen hindurch. Die Eiligen fahren durch den Haukelitunnel (5.682 m) und den Svandalsflonatunnel (1.055 m). Austmannlia, eindrucksvolle Straßenbauleistung (1880). Sieben Serpentinen, 8% Steigung. Die alte Strecke über die Berge war meist nur im Sommer geöffnet und ist für Urlauber wegen ihrer Aussicht sehr zu empfehlen. Die Straße verläuft in Serpentinen abwärts mit Aussicht über Røldal und Røldalsvatn. Der 70 m hohe Kraftwerkstaudamm ist einer der höchsten Europas. Røldal, 373 m, am See Røldalsvatn, von hohen Bergen umgeben. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein waren die Zufahrtswege einen Großteil des Jahres durch Schnee blockiert. Stabkirche, vermutlich aus dem 13. Jh. Malereien aus dem 17. Jh. Wallfahrtsort. Dem Kruzifix aus dem Mittelalter wurden wundertätige Kräfte nachgesagt, was viele Pilger herbeilockte. In der Mittsommernacht hielt man für die Kranken noch bis 1835 Mitternachtsmessen. Ab Breifonn spektakuläre Strecke auf das Røldalsfjell. Die alte Straße durch die Schlucht Seljestadsjuvet war steil und serpentinenreich, phantastische Aussicht. Sie ist immer noch befahrbar (Pkw), eine abenteuerliche Alternative zum modernen Tunnel. Die heutige Hauptstraße führt durch den Røldaltunnel (4.671 m) und den Seljestadtunnel (1.240 m). Höchster Punkt im Tunnel 871 m. Bei Gorsbotnen ein Denkmal für den Landbriefträger G. Turtveit, der im Januar 1903 unter Schneemassen begraben wurde. Innerhalb von 56 Stunden gelang es ihm, sich mit dem Posthorn herauszugraben.

Kurz nach Seljestad Abzweiger auf Str. 13 nach Odda am Sørfjord, einem Südarm des Hardangerfjords. Hier kommen Sie am Låtefossen vorbei, der sich als Doppelwasserfall 156 m direkt neben der Straße zu Tal stürzt. Bei Odda Abstecher ins Buerdal zum Buarbreen, einer Gletscherzunge des Folgefonna-Gletschers. Von Odda aus bieten sich herrliche Ausflüge zum Hardangerfjord an, z.B. nach Ullensvang oder Kinsavik (vgl. S. 186).