Reisen in Schweden:

E 10: Narvik - Luleå - Umeå (920 km)


NARVIK und Rombaksfjord, siehe Norwegen, E 6. Vom Fjord bei Bjerkvik sind es nur 45 Minuten bis hoch zum Panoramablick vom Hochgebirge an der schwedisch-norwegischen Grenze. Die Straße wurde 1982 fertiggestellt und verkürzt den Abstand Kiruna - Narvik um 400 km.

Die Straße ist auf ewigem Bodenfrost, sog. Permafrost, gebaut. Die Unterschicht schmilzt langsam, so daß regelmäßig Kies nachgeschüttet werden muß. Der 9 km lange Weg von Riksgränsen nach Abisko führt über 25 Brücken. Befestigter Strand am Torneträsk, der stetig Wellen und Lawinen ausgesetzt ist - letztere werden durch Tunnelunterführungen abgeleitet. Im Winter kann die Straße kurzfristig gesperrt sein.

Grenzort
Riksgränsen mit großem Hotel. Der 1992 verstorbene Fotograf Sven Hörnell verfügt hier über einen * Ausstellungsraum für seine sehenswerten Bücher und Fotos. Kunstgewerbe der Samen. In Riksgränsen gibt es jährlich 1169 mm Niederschlag, die höchsten Werte in Schweden, und somit reichlich Schnee. Abisko liegt nur wenige Kilometer östlich davon und hat mit 300 mm den geringsten Niederschlag des Landes.

* Friedhof Tornehamn, für die "Eisenbahner" ("rallarna"), die zur Jahrhundertwende die Lapplandbahn bauten, unter ihnen Generaldirektor Granholm und der Koch "Schwarzer Bär" (Svarta Björn). Ein kleiner stimmungsvoller Friedhof mit Aussicht über Torneträsk. Fußweg vom Parkplatz.

Björkliden. Urlaubsort am Låktatjåkkofjäll. Die Fjällstation von Abisko wird vom schwedischen STF unterhalten. 2 km lange Sesselliftstrecke, 500 m Höhenunterschied zum Berg Njulla (Nuolja), 1163 m ü.M. Von der Station aus ist in der Zeit vom 13.6.-14.7. vom Gipfel des Njulla sogar vom 31.5.-16.7. die Mitternachtssonne zu sehen. Naturum an der Touristenstation mit Informationen über die Natur der Gebirgswelt. Der * Abisko Nationalpark umfaßt nach Süden hin das breite Abiskodal. Das "Lappentor" (Lapporten) ist eine unverwechselbare Gebirgsformation aus der Eiszeit. Der Gebirgssee Torneträsk, 70 km lang, 9 km breit und 168 m an seinem tiefsten Punkt.

In
Abisko beginnt der * Kungsleden (Königspfad), der populärste Wanderweg im schwedischen Hochgebirge. Mehrere Gebirgshütten zur Übernachtung säumen den Kungsleden. Gebirgsstationen des Schwedischen Touristenverbands STF an Kebnekaise, Saltoluokta und Kvikkjokk. Die Strecke Abisko - Kvikkjokk ist 500 km lang.

KIRUNA (26.000). Bergwerksstadt von 20.000 qkm Grundfläche, ebenso viel, wie die Bezirke Skåne, Blekinge und Halland zusammen. Noch 1890 stand hier nur eine Torfhütte, heute liegt hier, 140 km nördlich des Polarkreises, eine moderne Stadt.

Grubendirektor Hjalmar Lundbohm war treibende Kraft beim Aufbau der Stadt, heute ist sein Haus ein * Kulturhaus, in dem u.a. historische Fotografien von Borg Mesch ausgestellt sind. Café.
* Kirche (1912), reich ausgeschmückt von u.a. Prinz Eugen und Christian Eriksson; die Form erinnert an eine typische Samen-Hütte. Stadshuset (Stadthaus) nach Entwürfen von Artur von Schmalensee, mit Kunstausstellungen in der Eingangshalle. 45 m hoher Glockenturm. Der Berg * Kirunavaara, mit dem reichsten Eisenerzvorkommen der Welt. Man kann mit dem Bus in einen 370 m tiefen "Touristenstollen" fahren. Eisenerz gibt es bis zu 1.200 m Tiefe. Herrliche Aussicht von der Bergspitze. Der ehemalige Tagebau hat dem Berg seine Terrassenform gegeben.

Straße nach Nikkaluokta (68 km). 19 km Wanderung zur STF-Fjällstation am höchsten Berg Schwedens, dem 2.111 m hohen
* Kebnekaise. Besteigung nur mit Bergführer. Höchstgelegene Hütte auf 1.940 m.M. Tarfaladalen mit einer Gletscherforschungs-Station. Die Wanderung von Nikkaluokta läßt sich per Boot um 6 km verkürzen. Man kann die ganze Strecke auch im Hubschrauber zurücklegen.

Jukkasjärvi
. 400 Jahre alte Siedlung der Samen und Neusiedler. Kirche (1726) mit Altargemälde als Holzrelief von Bror Hjorth. Es schildert den Erweckungsprediger Læstadius beim Predigen gegen Trunksucht und Unzucht. Samisches Heimatmuseum. Ferienhäuser und Wirtshaus. Dampfsauna. Angelausflüge und Stromschnellen-Fahrten auf dem Fluß Torneälv. Stromschnellen bis zum 80 km entfernten Ort Vittangi.

Im Winter wird die * Arctic Hall errichtet, ein riesiges Hoteliglu mit Eisbetten, die mit Rentierhäuten bedeckt sind (lange Unterhosen sind empfehlenswert). Außerdem beherbergt es Kunstgalerie, Kino, Kapelle und ein Restaurant mit einer 15 m langen Theke aus Eis. Die Innentemperatur beträgt -3° bis -5°. Geöffnet Dezember bis März.

Straße nach Esrange (45 km), dem Raketenabschußgebiet für die Raumforschung. Teil der European Space Research Organization. Von der neuen Station in Salmijärvi aus wird der europäische Satellit überwacht, der 1993 von Koroun in Französisch-Guyana abgeschossen wurde. Führungen über das Fremdenverkehrsamt in Kiruna.

Svappavaara, Bergwerksort. Straße 45 nach Karesuando, dem nördlichsten Kirchdorf Schwedens. Weiter nach Alta und zum Nordkap, siehe Finnland, E 8, und Norwegen, E 6. Straße zum Fischercamp Killinge und nach Kaitum mit der Dag Hammerskjöld-Kapelle.

Gällivare-Malmberget (22.000) mit enormen Eisenerzvorkommen. * Bergwerksmuseum und Ausstellungsräume. Der Erzabbau erfolgte ausschließlich unter Tage in Stollen mit einer Gesamtlänge von 250 km. Allerheiligenkirche mit Altar aus einem einzigen Stück Eisenerz. Koskullskulle, ein Bergwerksort.

* Kåkstan, Rekonstruktion eines Eisenbahnarbeiterviertels. Errichtet Ende der 1880er Jahre, als die Eisenbahn nach Gällivare kam. Der größte Teil wurde 1901 zerstört, der Rest ein Opfer der Flammen. Nun ist der Ort von Architekt Jan Wikström rekonstruiert worden und enthält Wohnungen, ein Kino, Geschäfte, Handwerksbetriebe und das "Café nur für Nüchterne".

* Dundret, 823 m hoch, großes Freizeitgebiet mit Ferienhäusern und Wirtshaus Björnfällan (Bärenfalle), aus Trockenkiefer gebaut. Wintersportanlagen.

Polarkreis. Nördliche Breite 66·33', 3.330 km bis zum Nordpol und 6.660 km bis zum Äquator. Hier im Norden überquert man ihn auf gepflegten Straßen, die durch bewohnte nordeuropäische Ortschaften führen - dank dem Golfstrom und evtl. weiteren warmen Meeresströmungen. Andernorts gibt es in diesen Breitengraden nur Schnee, Eis und Einöden.

Överkalix. Zentrum eines Landwirtschaftgebietes. Vom Brännaberg ist zur Mittsommerzeit die Mitternachtssonne zu sehen. Das örtliche Weingut produziert Johannisbeerwein. 33 km nördlich an der Straße 392 liegt der 9 m hohe Wasserfall Jokkfallet mit Ferienanlage und Lachstreppe.

Töre mit Hafen. Gut der Eisenhütte mit Zeugnissen aus der Zeit der Erzgewinnung
.
Töre - Luleå, siehe E 4. Straße 400.

Karesuando - Haparanda, siehe Finnland, E 8.

Straße 95 (Silberstrecke): Bodø - Arvidsjaur - Luleå (515 km)

Grenze nach Norwegen hoch im Gebirge. Die Silberstrecke führt über Bodø - Fauske - Hestbrinken. Siehe Norwegen, E 6. Der Straßenname stammt aus der Zeit zwischen 1600 und 1700, als man hier Eisenerz aus den Nasafjäll-Silbergruben an der norwegischen Grenze transportierte.

Die Straße wurde in den 70er Jahren durch stolze Gebirgslandschaft an Gebirgsseen entlang gebaut. Die einfachen Hüttenanlagen sind für Menschen bestimmt, die Sinn für das Leben in freier Natur haben.
Peljekaise Nationalpark Gebirgsgegend mit Birkenwäldern. Jäkkviks Kapelle (1977), in der am Sonntag vor dem Mittsommertag und um den 20. September große Kirchenfeiern abgehalten werden. Hier kreuzt der Kungsleden, der Wanderweg von Abisko bis Saltoluokta.

Arjeplog mit Kirche aus dem 18. Jh., idyllisch auf einer Landzunge zwischen den Seen gelegen. Die Gemeinde hat ca. 3 800 Einwohner auf einer Gesamtfläche von 13.000 qkm, d.h. knapp 1/3 Einw. pro Quadratkilometer.

Das * Silbermuseum wurde von "Lappmarksdoktor" Einar Wallquist (gest. 1986) zusammengestellt. Einmalige Sammlung samischen Silbers sowie der regionalen Geschichte.
Schöne Aussicht vom Galtispuoda-Gebirge. Dieser entlegene Ort ist im Winter sehr kosmopolitisch geprägt: Hier testen die meisten europäischen Autohersteller ihre neuesten Modelle. Kraja Freizeitanlage.
Der
Hornavan ist mit 226 m der tiefste See Schwedens.

Arvidsjaur. Mit 4.000 Einwohnern eine vergleichsweise große Ortschaft. 1605 angelegt im Zuge der Christianisierung Lapplands. * Kyrkstan (Lappstan), eine Siedlung von 30 Blockhütten und ca. 50 typischen Vorratshäuschen (sog. Härbre). Kirchlicher Feiertag im August. Freizeitgebiet und Wintersport im Gebirgsgebiet Vittjåkks.

Glommersträsk, hochgelene Bergdörfer am Hang. Der Boden ist dort entschieden fruchtbarer, außerdem ist man sicher vor Talfrost.
Straße 365 Richtung Süden nach Örträsk, wo Touristen heute mit der Seilbahn fahren können, die früher Eisenerz beförderte.
Siehe
E 4.

Straße 94: Arvidsjaur - Älvsbyn - Luleå (155 km)

Skellefteå (76.000). Hafen. Holzindustrie. Museum. Landkirche mit * Bonnstan, Kirchstadt aus dem 17. Jh.. Kågegården (17. Jh.). Der Stämningsgården mit Lilliput-Land. Industrie-Ausstellung Expolaris. Für Urlauber bietet sich die zweistündige Fahrt mit der Seilbahn Örträsk - Mensträsk an, auf der früher über 13 km das Eisenerz befördert wurde. Picknickkorb für unterwegs wird zum Kauf angeboten. Von Mensträsk fährt ein Bus zurück nach Örträsk, das ca. 90 km westlich von Skellefteå liegt..

Straße 374: Älvsbyn - Piteå (50 km)

Auch diese Straße erhebt Anspruch auf die Bezeichnung Siberstrecke. 40 km nördlich von Älvsby befindet sich der Wasserfall * Storforsen mit 80 m Fall auf 5 km. Naturreservat. Forstwirtschaftsmuseum mit Hütten und Kohlenmeilern. Café. In Vidsel liegt ein Militär-Schießübungsplatz für Raketengeschütze.

UMEÅ (99.000) (siehe auch Stadtinfo). Hauptort der Provinz Västerbotten. Universität (1965). Die Straßen sind geprägt von Birkenalleen und Holzgebäuden. Freilicht- und Bezirksmuseum * Gammlia (Länsmuseum). Fischerei und Seefahrt. Skimuseum. Kunstmuseum. Wirtshaus Sävargården mit regionaltypischem Smörgåsbord. Fährverbindung nach Vaasa (Finnland).