Reisen in Schweden:
E 4: Norrköping - Jönköping (160 km)
NORRKÖPING (122.700). Carl Milles-Statue von Louis de Geer auf dem Alten Platz. Er gründete im 16. Jh. Waffenfabriken, eine Handschuh- und eine Papierfabrik. Norrköping war damals die zweitgrößte Stadt Schwedens. Die Textilindustrie ist hier zwar stillgelegt, doch das historische Industrieviertel um den Strom ist einmalig.
Das * Museum der Arbeit in der ehemaligen Baumwollspinnerei auf Laxholmen dokumentiert die Geschichte der Industriestadt. Holmens Fabrik (Bruk), mächtige Papierindustrie an der Bråviken-Bucht. Meteorologisches Institut (SMHI), Schiffahrtsbehörde und viele andere Behörden.
* Kunstmuseum, Stadtmuseum, * Färbereimuseum. Himmelstalund, großes Gebiet mit interessanten Felszeichnungen an der südlichen Ausfahrt der E 4.
* Schloß Löfstadt (17.-18. Jh.), sehenswertes Museum. Wirtshaus. Englischer Park. Emilie Piper, die letzte private Besitzerin, wohnte hier bis 1926. Möbel, Kunst, Kunsthandwerk aus drei Jahrhunderten.
Die E 4 verläuft auf einer beweglichen Brücke über den Götakanal, den 390 km langen Wasserlauf quer durch Schweden, der 1832 fertig war. Die gegrabene Strecke beträgt nur 87 km, der Rest besteht aus Seen. Tiefe 3 m, Breite 14 m. Die Reise auf den nostalgischen Kanalschiffen dauert vier Tage. Auf der ganzen Strecke gibt es 64 Schleusen. Auch unter Bootssportlern ist der Götakanal sehr populär.
LINKÖPING (130.500). Residenzstadt der Provinz Östergötland. Alter Handelsplatz. Die Stadt wurde 1060 Bischofssitz und erhielt 1260 ein Stift. Mit dem Bau der * Domkirche wurde um 1230 begonnen. Der große gotische Chor wurde etwa im Jahre 1500 fertiggestellt.
Architekt war Meister Gerlach aus Köln. Der 105 m hohe Turm wurde im 18. Jh. gebaut. Auf dem Marktplatz der Folkungabrunnen von Carl Milles. Die Folkunger waren ein örtliches Königsgeschlecht, das im 13. Jh. in Schweden die Macht ergriff. Länsmuseum (Provinzmuseum).
* Gamla Linköping, ein Freilichtmuseum mit zum Teil bewohnten Gutshöfen aus der Zeit zwischen 1700 und 1800. Werkstätten, Geschäfte, Gärten. Industriegigant: SAAB (Flugzeugdivision) und Eisenbahnwerkstätten. Hübsche Straßen am Kinda Kanal. Schloß Bjerka - Säby (1500) gehört zur Pfingstkirche. Im Sommer geöffnet.
Åtvitaberg, idyllische Kleinstadt. Straße durch das schöne Uknadalen nach Västervik.
Straße 36 nach Motala. Vreta Kloster, Kiche und Ruinen, danach Nonnenkloster, Stift 1162 von Mönchen aus Clairvaux. Die * Schleuse bei Berg im Göta-Kanal ist ein beliebtes Touristenziel: 15 Schleusenstufen auf einer Strecke von 3 km heben und senken die Schiffe um 40 m. Kanalkneipe.
* Borensberg. Kraftwerksmuseum. Axel von Fersens Wassermühle von 1775 mit Heimatmuseum. Informationen in der Müllerstadt. Kraftwerk von 1904 und 1989.
Mjölby (26.000) Eisenbahnknotenpunkt und Industrie. Motala, siehe Straße 50.
* Vadstena, wo die Hl. Birgitta 1370 ihr Kloster gründete. Sie starb 1373 und wurde 1391 heiliggesprochen. Ca. 80 Brigitta-Klöster wurden in vielen Ländern gegründet. Vadstena war 1400-1500 ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Das Nonnenkloster wurde im ehemaligen Schloß der Könige des Bjälbo-Geschlechts untergebracht.
Aus dem Mönchskloster ist ein Hotel geworden. Die Klosterkirche ("Blaue Kirche") von 1430 mit dem Reliquienschrein der Hl. Birgitta. Zwei Birgitta-Portäts, hübsches Madonnengemälde und prächtiger Flügelaltar. 1595 wurden die Kloster geschlossen, doch seit 1935 ist das Nonnenkloster mit Gasthof wieder in Betrieb.
Schloß, 1545 von Gustav Wasa gebaut. Heute wird es für Ausstellungen genutzt. Das Haus von Mårten Skinnare, eine mittelalterliche Wohnstätte. Das Klostergebäude dient heute als Hotel.
Skänninge war einst eine Stadt mit einem bedeutenden Markt. Die große Liebfrauenkirche (Vårfrukyrka) wurde im 13. Jh. gebaut.
* Omberg. Üppige Vegetation und herrliche Aussicht über den Vättern-See, in Schweden der zweitgrößte und Europas fünftgrößter See, 136 km lang und 30 km breit. Durchschnittstiefe 40 m, größte Tiefe 128 m zwischen der Insel Visingsö (Schiffsverbindung) und Jönköping. Der Vättern-See begeistert oft durch bezauberndes Farbenspiel über dem Wasser. Schöne Aussicht von der Burg Brahehus, die 1650 gebaut wurde und 1708 niederbrannte. Die Gegend wurde über 100 Jahre lang vom Brahe-Geschlecht beherrscht. Heute Rastplatz mit Selbstbedienung und Gaststätte.
* Rökstein, merkwürdiger Runenstein aus dem 9. Jh., schwer zu interpretierender Text. Heda Kirche mit berühmter Madonna, die Verner Heidenstam zu dem Gedicht "Himmelsgöttin in der Heide" inspiriert hat. Alvastra. Ruinen eines Zisterzienserklosters aus dem 12. Jh.
* Gränna. Reizende Holzstadt, die nie einem Brand zum Opfer fiel. Obstanbau (Birnen). Schwedische Zuckerstangen, die "Polkagrisar" (Polka-Schweine), eine rot-weiß gestreifte Spezialität, verbindet man mit dem Ort. Auf dem Marktplatz die Büste von Per Brahe. Aussicht vom Grännaberg. Museum mit Funden der Ballon-Expedition zum Nordpol von S.A. Andrée im Jahre 1897. Die drei Teilnehmer kamen dabei ums Leben. Ihre Leichname wurden 1930 gefunden.
Vättern-See Museum. Das klare, saubere Vättern-Wasser ist recht kalt. Gränna errichtete einen 200 m langen Wall und Wellenbrecher am Strand, um somit eine geschützte Bademöglichkeit mit wärmerem Wasser zu schaffen.
Huskvarna (in der Gemeinde Jönköping). Der Name stammt von einer Mühle, die zur mittelalterlichen Festung Rumlaborg gehörte. Berühmte Waffenherstellung.
Smedbyn, das Zentrum der Waffenschmiede, wurde für Künstler und Handwerker rekonstruiert. Stadtmuseum im ehemaligen Pulverhaus am Strand. An der nördlichen Einfahrt steht ein 11 m hoher Kobold, der Riese Vist, der aus Abrißholz geschaffen wurde. Andere Kunstwerke von Calle Örnemark sind im Wirtshaus Brunnstorp zu bewundern. Die meisten befinden sich auf dem Riddersberg, südöstlich von Jönköping.
JÖNKÖPING, siehe E 4 (Jönköping - Helsingborg).