Nationalparks in Schweden



Elch in Höör, Südschweden  
Stolze zehn Prozent der Grundfläche Schwedens, die ca. 41 Mio Hektar beträgt, sind in irgendeiner Form naturgeschützt, ob als Nationalpark oder Tier- und Naturschutzgebiet. Seit Anfang dieses Jahrhunderts gibt es allein 22 Nationalparks, und sie alle haben den Sinn und Zweck, verschiedene Landschaftstypen für die Zukunft zu bewahren. Dies gilt in erster Linie Landstrichen mit nahezu unberührter, ursprünglicher Natur; aber auch Gebiete, die früher als Kulturland genutzt und vom Menschen bebaut wurden, sind erhaltenswert.

Ziel ist es, die Nationalparks so vielen Besuchern wie möglich zugänglich zu machen. Die Parks haben nicht allein den Sinn, die Natur für die Nachwelt zu konservieren, sie sollen im Gegenteil schon in der Gegenwart eine Nische darstellen, in der Besucher sich von den Eindrücken des Alltags erholen und die Schönheit der Natur genießen können. Fachbesucher haben in Nationalparks die Gelegenheit, die natürliche Entwicklung von Landschaftsformen sowie Flora und Fauna zu studieren.

Die ältesten Nationalparks in Schweden sind bereits 1909 gegründet worden, Gotska Sandön, eine Insel im Norden Gotlands, Garphyttan bei Örebro, Ängsö in den ostschwedischen Schärenlandschaft, Hamra in Dalarna, Sonfjället in Härjedalen, Abisko, Pieljekaise und Stora Sjöfjället in Lappland und Sarek nördlich von Kvikkjokk. 1918 kam Dalby Söderskog in Skåne hinzu, kurze Zeit später Vadvetjåkka in Lappland nahe der Grenze zu Norwegen, Norra Kvill im nordöstlichen Småland, Töfsingdalen in Dalarna und Blå Jungfrun, die blaue Jungfrau, eine winzige Insel vor Öland.

Das dichte Waldgebiet Töfsingdalen, im dem insbesondere die Tierwelt noch intakt ist, wurde 1930 als Nationalpark anerkannt. Muddus in Lappland ist ein einzigartiges Moor- und Sumpfgebiet. Padjelanta-Park mit 1.9842 km ist Schwedens größtes geschütztes Hochgebirgsgebiet.

In den achtziger und neunziger Jahren kamen schließlich Tiveden in Västergötland, Skuleskogen an der Höga Kusten in Ångermanland, Store Mosse in Småland, Stenshuvud an der schonischen Ostküste, Djurö, eine Inselgruppe im Vänersee und schließlich Björnlandet in Südost-Lappland hinzu.

(Verena Dietrich)