Pflegetipps für Trekkingschuhe
Die richtige Pflege des Schuhwerks sorgt dafür, dass das Schuh formstabil, optisch schön und komfortabel bleibt, dass das Obermaterial Wasser abstößt,
und vor allem verlängert es die Lebensdauer erheblich.
Die folgenden Tipps gelten besonders für Berg- und Trekkingstiefel, die ja besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Sie lassen sich aber im Prinzip auf alle Schuhe anwenden!
 

Lüftung

Lüften Sie Ihre Schuhe nach Gebrauch immer gut aus. Lassen Sie sie austrocknen - auch unterwegs. Nehmen Sie dazu die Innensohle heraus, und öffnen Sie die Schnürung möglichst weit.

Trocknung

Trocknen Sie nasse oder feuchte Schuhe langsam in einem warmen Raum, jedoch niemals direkt in der Sonne, an der Heizung oder zu nahe am Ofen. Auch im Auto können im Innenraum und auch im Kofferraum hohe Temperaturen entstehen. Dann droht die Gefahr, dass das Leder "verbrennt"; d.h. es verliert seine Form und Geschmeidigkeit, wird hart und spröde. Falls einmal Wasser von oben in den Schuh hineingelaufen ist, stopfen Sie ihn beim Trocknen mit Zeitungspapier aus und wechseln Sie es bei Bedarf mehrmals.

Aufbewahrung

Stiefel niemals feucht oder nass oder in feuchten Räumen aufbewahren. Sie verschimmeln sonst! Auch der Kofferraum Ihres Autos ist kein guter Aufbewahrungsplatz.

Imprägnierung

Frischen Sie regelmäßig die wasserabweisende Imprägnierung ihrer Schuhe auf. Das ist auch dann nötig, wenn sie den Schuh nicht tragen, denn die Wirkung lässt mit der Zeit nach (deshalb macht es auch Sinn, dies bei einem nagelneuen Schuh zu tun!). Durch die Auffrischung weist das Obermaterial Schmutz und Wasser wieder besser ab. Es nimmt bei Nässe kein zusätzliches Gewicht auf, die Schuhe halten besser warm. Und Sie verhindern, dass sich Feuchtigkeit wie das Wachs im Kerzendocht den Weg bis zum Schaftrand hinauf bahnt und dann langsam ins Innere des Schuhs kriecht.

Zum besseren Verständnis: Die Imprägnierung sorgt dafür, dass das Obermaterial Wasser abstößt. Sie hat jedoch nichts mit einer wasserdichten und atmungsaktiven Ausstattung, beispielsweise mit GORE-TEX, zu tun. Diese ist immer wasserdicht. Die Atmungsaktivität des ganzen Schuhs als System wird jedoch durch ein gut wasserabweisendes Obermaterial begünstigt.

Hauptsächlich man verwendet zwei Mittel, um Leder wasserabstoßend zu machen. Das eine basiert auf Silikon, das andere auf Fluorcarbonharzen (bei Gore-Tex-Schuhen nimmt man immer dieses). Chemisch ist es leider so, dass sich die beiden Mittel in ihrer Wirkung gegenseitig negativ beeinflussen. Es ist daher wichtig, immer das passende Mittel zu verwenden. Lesen Sie unbedingt die Empfehlungen des Herstellers bzw. hören Sie auf die Tipps des Verkäufers.

Lederpflege

Pflegen Sie auch das Leder regelmäßig. Denn Leder ist ein Naturmaterial, und als solches braucht es Nahrung. Bekommt es diese nicht, trocknet es aus, wird spröde und brüchig. Richtig gepflegt ist geradezu unglaublich, wie lange das Material hält. Die Widerstandsfähigkeit von Leder ist enorm! Als Pflegemittel eignen sich besonders gut spezielle Wachse oder flüssige Emulsionen. Von Öl raten wir ab, denn es macht das Leder weich. Der Schuh kann seine Form verlieren. Auch Fett hat einen Nachteil: es dringt zwar tief ein und pflegt daher gut, aber es schmiert die Poren des Leders zu. Für Nubuck- oder Veloursleder (manche sagen auch Wildleder) empfiehlt man allgemein Spray, mit dem das Oberleder wieder wasserabweisend wird. Aber irgendwann braucht auch dieses Naturmaterial "Nahrung". Durch die Verwendung von Wachs verliert es zwar seine matte Optik, die Oberfläche selbst jedoch widerstandsfähiger gegen Beschädigungen. Vor der Pflege sollte Sie übrigens die Schnürsenkel entfernen, sonst erreichen Sie die Flächen unter der Schnürung und die Zunge des Schuhs nicht. Falls ein Trekkingschuh einmal "Quietschgeräusche" im Laschenbereich entwickelt, ist das auch ein Zeichen, dass er dort nach Pflege verlangt: "Ihr Schuh spricht zu Ihnen!"

Metallteile

Die Metallteile der Schnürung werden durch Wachs oder Fett vor Korrosion geschützt.

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