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Mit dem Defender & Dachzelt im Winter durch Skandinavien

„Mit Defender und Dachzelt durch Skandinavien, was soll daran denn so besonders sein?“ Das war die allgemeine Reaktion meiner Freunde, als ich ihnen erzählt habe was ich machen möchte „Der Winter!“ war meine Antwort – Skandinavien im Sommer kann doch jeder… 

Daher starte ich meine Tour im Januar, also im eisigen und abenteuerlichen Winter. Temperaturen durchgehend bei mindestens -15 Grad, verschneite Straßen, kein Mensch weit und breit zu sehen und durchschnittlich nur 6 Stunden Tageslicht. Was soll daran denn besonders sein? 

Die Tatsache, dass ich die Reise alleine antrete sorgte zusätzlich für ein wenig Verwirrung, aber mein Entschluss stand fest!

Die Reaktionen darauf waren gemischt – Einige fanden es cool, andere haben mich für völlig bescheuert erklärt und auch meine Eltern waren wenig begeistert von der Idee. Was soll ich sagen?! Ich mach´s trotzdem!

Aber von Anfang…

Alles begann 2016. Ich hatte keine Lust mehr auf meinen Job, besser gesagt, ich hatte keine Lust mehr für irgendwen anderen zu arbeiten. Eine Veränderung musste her. Hinzu kommt, dass ich unglaublich gerne mehr von dieser Welt sehen wollte und natürlich auch von Europa. Nach 6 Monaten Überlegung und Planung stand es fest: Auto kaufen, ausbauen, testen, Job kündigen und los gehts. Das alles zog sich ein Weilchen, aber im Januar 2019 war es dann soweit – ein neues Kapitel wurde aufgeschlagen.

Hier steh ich nun. Ich habe meinen Bruder am Flughafen in Kopenhagen abgesetzt und mache mich auf meine Reise in Länder in denen ich vorher nie gewesen bin. 

Wie spannend!

Dänemark im Januar und gleich hinüber nach Schweden zu fahren, was ein Abenteuer – ich freue mich auf dick verschneite Straßen, Bäume die sich unter dem Gewicht des Schnees beugen und natürlich alle möglichen Tiere, die man so aus dem Norden kennt. Das schönste an der Sache ist, ich muss mich mit niemandem abstimmen. Eigentlich wollten Pascal und ich ja zusammen auf große Reise gehen, aber wie das Leben eben so spielt, kam bei ihm etwas dazwischen. Sein Pech, mein Glück. Ich entdecke alles alleine und in meinem Tempo.

Nichts wie rüber nach Schweden! Gut gelaunt überquere ich die Öresund-Brücke und… bin enttäuscht. 

Wo ist der Schnee???

Ich fahr doch nicht hunderte von Kilometern damit es so aussieht wie bei mir zuhause! Gut, ein bisschen schöner ist die Umgebung schon, aber wo ist der Schnee? Schweden, so finden wir aber nicht zusammen!

Glücklicherweise sind es nur die ersten 100 Kilometer die ich ohne Schnee auskommen muss, danach ging es glücklicherweise so richtig los. Für mich war Schweden anfangs nur ein Durchfahrtsland, hab mich aber mittlerweile mehr und mehr darauf eingelassen und es liebgewonnen! Dennoch, ich muss weiter.

Von Schweden nach Finnland und dann zum Nordkap, das ist so meine grobe Route. Ich freue mich so unglaublich auf das, was da noch alles kommt!

Auch mein Empfang in Finnland, dem Land, welches mich vor meiner Reise am meisten angezogen hat, ist mal wieder unbeschreiblich. Eine Gastfreundschaft vom allerfeinsten. Fremde Menschen versuchen alles in Ihrer Macht stehende um mir behilflich zu sein, dabei ging es erst einmal nur um eine SIM-Karte! 

Hiermit einen besonderen Dank an meinen finnischen Freund Mika! 

Nach zahlreichen Städten und Kulturbesuchen muss ich dann aber auch mal raus in die Natur. So langsam reichen mir die Menschenansammlungen und der „Lärm“ der Städte.  

Die Weiten Finnlands warten auf mich! Ich möchte die Ruhe und Weite erleben, von der ich bisher nur gehört habe!

Ich hab mein Snowboard mitgenommen und möchte die wilden Berge Finnlands erkunden. Die Wintersportnation zeigt sich von einer tollen Seite. Verschneite Straßen und gut präparierte Pisten finde ich in fast jedem Skigebiet. Ein Testskispringen darf ich mir angucken und dann gehts für mich auch aufs Brett, nicht Skispringen, aber Snowboarden.

Was soll ich euch sagen?! – Schöne Sache aber schnell vorbei! Hoch sind die „Berge“ hier nicht, aber hübsch !

Meistens ist die Fahrt mit dem Lift 3x so lang wie die eigentliche Abfahrt. Macht nichts, so kann ich meine Umgebung besser genießen.

Zudem kann ich hier noch etwas ganz Besonderes machen – in der Dunkelheit Snowboarden. Durch die wenigen hellen Stunden hier, komm ich schon ab 16 Uhr in den Genuss auf meinem Board die beleuchteten Pisten runter zu jagen, welch ein Spaß!

Ich bin kurz vor dem Polarkreis

Es gilt keine Zeit zu verlieren, ich bin schon fast am Polarkreis und freue mich so unglaublich auf meine ersten Nordlichter.

Nichts wie los. Einen ruhigen und abgelegenen Platz suchen und auf eine sternenklare Nacht hoffen. Das wird sie zum Glück auch – keine Wolke am Himmel, dafür alles voller strahlender Sterne, Nordlichter sehe ich aber leider keine. 

Ein anderes, eher unerfreulicheres Ereignis gibt es aber dafür trotzdem in dieser Nacht.

-35 Grad sind für Auto und Mensch auf Dauer nicht die beste Temperatur. Soviel sei gesagt, Mensch und Maschine sind wieder funktionsfähig!

Schön waren Nacht und Morgen aber nicht!

Sollte ich wegen einer negativen Erfahrung mit der Kälte meine Reise jetzt abbrechen? Nein, ich wusste ja, dass es hier kälter ist und ich habe es mir ja auch gewünscht. Also, Zähne zusammenbeißen  und weiter geht`s.

Kurz dem Weihnachtsmann einen Besuch abgestattet und weiter nach Norden – Auf zum Nordkap, dem nördlichsten Punkt meiner Europareise! Ich kann es kaum erwarten!

Und dann war es auch endlich so weit, nach mehr als 5 Wochen bin ich oben! Erleichtert, es zumindest schonmal hierher geschafft zu haben, ohne vollständig zu erfrieren.

Auch wenn es nur eine Kugel aus Metall ist, irgendwie ist dieser Ort schon etwas Besonderes, nicht zuletzt weil mein treuer Begleiter, Zazu, mein Defender, mit nach vorne darf! 

Ein weiteres Highlight, ich kann diesen Moment wieder teilen. Mein Bruder Pascal hat sich entschieden mich auf einer Etappe zu begleiten und ist somit auch am Nordkap!

Allzu lang dürfen wir aber nicht verweilen, die Kolonne fährt wieder runter und wir müssen mit. Zeit für mich weiter zu fahren und auf die Jagd nach den Nordlichtern zu gehen! Und wie so oft – wenn man nicht damit rechnet, wird man belohnt. So auch in meinen Fall.

Ein traumhaftes Farbspiel am Himmel, soweit das Auge reicht! Dieses Naturschauspiel ist so einzigartig, dass ich alles um mich herum vergesse. Nach einer halben Stunde entscheide ich mich dann mal, die Kamera zu zücken und das Spektakel festzuhalten!

Ein Traum!

Die Tage hier oben vergehen so schnell, dass ich das Gefühl habe, nicht alles zu sehen oder aufnehmen zu können. Aber es hilft alles nichts!

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei… Aber nicht sofort, meine Tour durch den Norden ist noch nicht vorbei. Spannende Erlebnisse auf den Lofoten, stürmische Überfahren mit diversen Fähren und eine einmalige Übernachtung in einem Iglotel warten noch auf mich! 

Wenn ich ein Zwischenfazit, über die Tour im Norden ziehen muss, dann war es genau die richtige Entscheidung. Sowohl im Winter in den Norden zu fahren, als auch die Reise alleine anzutreten, obwohl es anders geplant war. Der Norden Europas hat eine ganz eigene Magie. Ich freue mich ein Teil davon geworden zu sein und war mit Sicherheit nicht das letzte Mal hier!

Einen ausführlichen Bericht zu meiner Reise bekommt ihr auf der Bühne der SkandinavienWelt oder im Internet unter 

www.stepbysteptraveller.de
Oder auf Youtube: StepbystepTraveller

Über den Autor

StepByStepTraveller

Hey, wir sind Dominik und Pascal, zwei Brüder die ihren Traum Leben. Alles was wir machen und der einzige Grund warum unser Blog "StepByStepTraveller" existiert, ist die Leidenschaft zum Reisen und der unbändige Drang nach Neuem!

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