Island Städtetrips

10 Tipps für Reykjavík im Regen

Was, wenn Regen den Besuch in Reykjavík schlicht ins Wasser fallen lässt? Mit diesen 10 Tipps von ZAUBER DES NORDENS kann man Reykjavík auch bei schlechtem Wetter erkunden. Stellt Euch Eure eigene Route daraus zusammen. Und natürlich kann man alle Tipps auch bei gutem Wetter nutzen!

Und wer mehr über Reykjavík erfahren möchte, liest dazu alles in der Ausgabe 2017.2 von ZAUBER DES NORDENS (https://zauber-des-nordens.de/das-magazin).

Bilder & Text: © Marco Asbach

Tipp #1: Frühstück im Café Paris

Um für Wind, Regen und Kälte gewappnet zu sein, bedarf es einer guten Grundlage. Diese kann man im Café Paris am Austurvöllur, Ecke Pósthússtræti im stilvollen Ambiente schaffen. Das auch bei den Einheimischen angesagte Café öffnet täglich bereits um 8:30 Uhr. Es erwartet einen eine Auswahl diverser Eierspeisen, vom Ei Benedikt bis zum Ei Florentine und weitere verschiedene Frühstücke, die den Tag gehaltvoll starten lassen.

Café Paris
Austurstræti, 14101 Reykjavík, Tel.: +354 551 102
www.cafeparis.is

Tipp #2: Rathaus Reykjavík

Verlässt man das Café Paris über den Austurvöllur in Richtung des Tjörnin, kommt man zum Rathaus, welches täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich ist. Im unteren Teil des Foyers ist ein riesiges Reliefmodell von Island aufgebaut und man kann die geographischen Gegebenheiten in Ruhe studieren.

Seit Januar ist im östlichen Teil des Rathauses das offizielle Touristeninformationszentrum untergebracht. Dort liegen nach Regionen sortiert eine Vielzahl Informationsbroschüren und Flyer von Tourenanbietern aus. Ein idealer Ort, um sich mit weiterem Informationsmaterial einzudecken oder sich beraten zu lassen.

Ráðhús Reykjavíkur
Tjarnargata 11, 101 Reykjavík, Tel.: +354 411 6040
www.visitreykjavik.is

Tipp #3: Reykjavík 871±2

Nach dem Besuch des Rathauses und der Touristen Information bietet sich ein wenig Geschichtliches an. An der Ecke von Aðalstræti und Túngata, nur einen Katzensprung vom Rathaus entfernt, befindet sich eine Ausstellung zur Besiedlung Reykjavíks, kurz Reykjavík 871±2 genannt.

Der Name mit dem Plusminus-Zeichen rührt daher, dass sich das konkrete Jahr nicht genau benennen lässt. Aber um 871 (plusminus 2 Jahre) kamen die ersten Siedler nach Island, die sich im Süden Islands niederließen. Es waren Ingólfur Arnarson und Hjörleifur Hróðmarsson. Letzterer wurde von seinen irischen Sklaven ermordet, woraufhin Ingólfur die flüchtenden Sklaven bis auf die Insel Heimaey verfolgte und ebenfalls umbrachte. Nach diesem Massaker zog Ingólfur weiter und siedelte 874 in Reykjavík.

Teile einer Siedlung wurden bei Ausgrabungen genau dort gefunden, wo heute die Aðalstræti ist. Damit ist auch erklärt, warum die Ausstellung genau dort zu finden ist. Die Ausstellung befasst sich mit der Besiedlung von Reykjavík. Die Ausstellung basiert auf wissenschaftlichen Theorien, wie das Leben und die Arbeit der ersten Siedler aufgrund der Funde ausgesehen haben mag. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Reste eines Gemeindehauses aus der Zeit der Besiedlung, welches 2001 ausgegraben wurde. Dieser Fund ist eine der ältesten künstlichen Strukturen, die bisher in Island gefunden wurde. Um das Gemeindehaus herum wird auf Monitoren der Eindruck der umgebenden Landschaft aus der Zeit der Besiedlung simuliert. Auf kleineren Monitoren können weitere Informationen abgerufen werden. Man erhält einen tiefen Einblick in die Forschungsergebnisse der Archäologen und wie aus den Funden die Häuser und Lebensweise der Menschen rekonstruiert wurden. Auf zwei Monitoren können zudem Informationen zu kulturellen Verwandtschaften zwischen verschiedenen nordatlantischen Nationen sowie zur Expansion der Wikinger abgerufen werden.

  • Täglich geöffnet von 09:00 – 18:00 Uhr
  • Von Juni bis August werden montags bis freitags geführte Touren jeweils um 11:00 Uhr angeboten. Auf Anfrage werden auch geführte Touren in Fremdsprachen durchgeführt.
  • Erwachsene: 1.700 ISK
  • Kinder (0-17): Eintritt frei
  • Für Senioren (67+) und Menschen mit Behinderung ist der Eintritt ebenfalls frei.
  • Für Studenten ist der Eintritt ermäßigt auf 1.100 ISK.

Eintrittspreise (Stand April 2019)

The Settlement Exhibition (Landnámssýningin)
Aðalstræti 16, 101 Reykjavík, Tel: (+354) 411 6370
http://borgarsogusafn.is/en/the-settlement-exhibition/

Tipp #4: SAGA Museum

Zu den isländischen Sagas gehören etwa drei Dutzend größere Prosawerke und eine Anzahl von Erzählungen, die insgesamt anonym überliefert sind. In diesen werden die Geschichten rund um die Familien erzählt, die Island besiedelt haben. Dabei steht Wirklichkeit und Phantasie nah beieinander. Die Islandsagas sind Familiendramen und Überlieferungen, die in ganz Island spielen. Überall auf der Insel befinden sich gekennzeichnete Schauplätze der Sagas. Überall auf der Insel findet man kleinere oder größere Ausstellungen rund um die Islandsagas. In Reykjavík gibt es eine der schönsten und aufwendigsten Ausstellungen. Das Saga Museum bringt das Zeitalter der Wikinger mit lebensgroßen, nach historischen Aufzeichnungen entworfenen realistischen Figuren in originalgetreuer Kleidung und liebevoll gestalteter Umgebung zum Leben.

  • Täglich geöffnet von 10:00 – 18:00 Uhr
  • Erwachsene: 2.200 ISK
  • Kinder: 800 ISK
  • Studenten, Senioren, Menschen mit Behinderung: 1.700 ISK
  • Programmheft: 2.200 ISK

Eintrittspreise (Stand April 2019)

SAGA Museum
Grandagarður 2, 101 Reykjavík, Tel.: +354 511 1517
www.sagamuseum.is

Tipp #5: Whales of Iceland

Von Reykjavík starten diverse Anbieter Walbeobachtungstouren. Bei Regen und Kälte muss man nicht darauf verzichten Wale zu sehen. Mit einer Garantie von 100% wird man in der Ausstellung „Whales of Iceland“ 23 verschiedene Walarten zu Gesicht bekommen. Unterstützt durch eine App auf dem Smartphone und Kopfhörern werden zusätzliche Informationen in der Landessprache an den jeweiligen Stationen in der Ausstellung bereitgestellt. Die Wale sind aufwendig hergestellt worden und dürfen berührt werden, denn neben der originalgetreuen Nachbildung ist auch die Haut des Wales nachempfunden wurden.

  • Täglich geöffnet von 10:00 – 17:00 Uhr
  • Erwachsene: 2.900 ISK
  • Kinder (7-15 J.): 1.500 ISK
  • Familientarif: 5.800 ISK

Eintrittspreise (Stand April 2019)


Whales of Iceland
Fiskislóð 23-25, 101 Reykjavík, Tel.: +354 571 0077
www.whalesoficeland.is

Tipp #6: Kolaportið

Dieser Tipp ist nur am Wochenende gültig. Von Trockenfisch bis zum Islandpullover. Das alles gibt es auf dem größten Flohmarkt Islands, der seit 1989 immer am Wochenende stattfindet. Er wird Kolaportið genannt und ist in einem Gebäude am Rande des Hafens in der Tryggvagata zu finden. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Die Halle, in der der Flohmarkt stattfindet, die Vielfalt der angebotenen Waren und das bunt gemischte Publikum haben einen ganz besonderen Reiz. Es gibt auch ein Café, welches genauso pragmatisch aufgestellt ist, wie der Rest des Flohmarkts. Aber Achtung: Die Gefahr ist groß, viel mehr zu kaufen, als nachher als Freigepäck wieder in den Flieger darf.

  • Geöffnet Sa. und So. von 11:00 – 17:00 Uhr
  • Der Eintritt ist frei.

Kolaportið
Tryggvagata 19, 101 Reykjavík, Tel.: +354 562 5030
www.kolaportid.is

Tipp #7: Aurora Reykjavík

Nordlichter kann man in Island in der Zeit zwischen September und Mai beobachten. Vorausgesetzt der Himmel ist frei und die Sonne hat genügend Aktivität. Bei Regen und im Sommer wird man vergebens nach diesem einzigartigen Naturschauspiel Ausschau halten. Wer trotzdem das Gefühl haben möchte, wie es ist, Nordlichter zu sehen, dem sei die Ausstellung Aurora Reykjavík empfohlen. Höhepunkt der Ausstellung ist eine 7 Meter große Leinwand, auf der in einem 20minütigen Film wunderbare Aufnahmen von Nordlichtern über Island zu sehen sind.

  • Täglich geöffnet von 9:00 – 21:00 Uhr.
  • Erwachsene 1.800 ISK
  • Kinder (6-18 J.): 1.000 ISK
  • Studenten und Senioren: 1.600 ISK

Eintrittspreise (Stand April 2019)

Aurora Reykjavík
Grandagarður 2, 101 Reykjavík, Tel.: +354 780 45000
http://aurorareykjavik.is

Tipp #8: Das isländische Phallusmuseum

1997 verwirklichte der Isländer Sigurður Hjartarson eine der wohl skurrilsten Ideen Islands. Eher zufällig wurde für ihn zur Passion, einer sehr einzigartigen Sammelleidenschaft nachzugehen. Alles begann mit einem Ochsenziemer, einer Schlagwaffe, die aus einem getrockneten Bullenpenis hergestellt wird. Er begeisterte sich so für das Thema, dass Verwandte und Bekannte anfingen, ihm Penisse zu schenken. Da sich seine Sammlung erweiterte, kam er letztlich auf die Idee, sie in einer Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und gründete 1997 das Penis-Museum.

Da es zu dieser Zeit von der Stadt Reykjavík keine finanzielle Unterstützung gab, musste er nach seiner Pensionierung in 2004 nach Húsavík, einem kleinen Fischerort im Norden Islands, umziehen. 2012 übernahm sein Sohn das Museum und zog wieder damit zurück nach Reykjavík, wo sich das Museum heute auf der Laugavegur in unmittelbarer Nähe zum Busbahnhof Hlemmur befindet. In über 40 Jahren hat Hjartarson Penisse von über 200 Säugetierarten in seine Ausstellung aufnehmen können. Diese sind meist in Glasbehältern aufbewahrt, die mit Formalin gefüllt sind, um den Verwesungsprozess zu stoppen.

Neben den Penissen gibt es aber noch über 300 andere Exponate zu sehen, die im Kontext zum Thema Phallus stehen, wie zum Beispiel ein Penis-Telefon. Der besondere Stolz des Museums ist ein menschlicher Penis, der seit 2011 Teil der Ausstellung ist. Dabei handelt es sich um das beste Stück des Isländers Páll Arasons, der schon Jahre zuvor dem Museum seinen Penis im Falle seines Todes vermacht hatte. Die Geschichte ist so skurril, dass darüber sogar ein Film mit dem Titel The Final Member gedreht wurde. Der Film handelt von dem »Wettrennen« Pálls mit dem Amerikaner Tom Mitchell, der ebenfalls seinen Penis dem Museum spenden wollte. Mitchell wäre sogar bereit gewesen, sich noch zu Lebzeiten von seinem Penis zu trennen. Páll gewann den Wettstreit schließlich durch seinen Tod. Im Alter von 95 Jahren ging er als erster menschlicher Spender in die Geschichte des Phallus-Museums ein. Mittlerweile haben sich noch weitere Spender angemeldet, deren Bekundungen zur Spende eingerahmt im Museum hängen. Unter anderem hat sich auch der amerikanische Schauspieler Jonah Falcon als Spender zur Verfügung gestellt, verfügt er doch über einen Penis mit einer Länge von 34 Zentimetern. Aber sehenswert ist auch der Penis eines Elfen, der, wie Elfen nun mal sind, unsichtbar in einem Glas aufbewahrt wird. Über das Penismuseum wurde sogar ein Lied geschrieben. Es ist von Wolfgang Müller und hat den Titel „Das Pe-Pe-Penismuseum von Reykjavík“.

  • Öffnungszeiten: Jun. – Aug. täglich von 09.00 bis 18.00 Uhr, Sep. – Mai. täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr
  • Erwachsene: 1.700 ISK
  • Kinder: 750 ISK

Eintrittspreise (Stand April 2019)

The Icelandic Phallological Museum
Laugavegur 116, 105 Reykjavík, Tel.: +354 561 6663
http://phallus.is

Tipp #9: 12 Tónar

Isländische Musik erfreut sich immer größer werdender internationaler Beliebtheit. Gefühlt spielt jeder Isländer mindestens ein Instrument, kann singen und hat keine Scheu vor Publikum aufzutreten. Neben Sigur Rós und Björk tauchen immer mehr isländische Künstler in internationalen Charts auf. Of Monsters And Man, Emiliana Torrini, Gusgus, Ólafur Arnalds, Jóhann Jóhannsson sind nur einige Beispiele. In Reykjavík wird Musik noch haptisch erlebbar. Der Digitalisierung zum Trotz setzt sich ein Musikgeschäft gegen die Streamingdienste durch und verkauft noch Vinylplatten und herkömmliche CDs. Die Rede ist von 12 Tónar, einem Musikgeschäft in einem schmucken Häuschen auf der Skólavörðustígur, der Straße, die direkt auf die Hallgrímskirkja zuläuft. 12 Tónar ist bekannt als ein gastfreundlicher Shop, wo man bei einem kostenlosen Espresso eine breite Auswahl an Musik auf zwei Etagen hören kann. Zudem liegen eine Vielzahl Zeitschriften aus oder man stöbert in einer umfangreichen Sammlung von Rock-Literatur. Regelmäßig finden auch kleine „Kammerkonzerte“ im Shop statt. Dazu werden die fahrbaren Verkaufsständer zur Seite gerollt und Platz geschaffen für die Musiker und die Zuschauer. Mittlerweile ist 12 Tónar sogar ein eigenes Label und hat Musiker unter Vertrag. Auch für 12 Tónar gilt: dieses Geschäft ist nicht nur bei schlechtem Wetter einen Besuch wert.

  • Geöffnet Mo. – Sa. von 10:00 – 18:00 Uhr
  • So. 12:00 – 18:00 Uhr

12 Tónar
Skólavörðustígur 15, 101 Reykjavík, Tel.: +354 511 5656
www.12tonar.is

Tipp #: 10 Kringlan

Wer shoppen gehen möchte, aber bei Regen keine Lust auf die Laugavegur hat, findet in Reykjavík auch Einkaufszentren. Das bei den Einheimischen beliebteste ist Kringlan, welches etwas außerhalb der City zu finden ist. Neben einer Vielzahl diverser Geschäfte gibt es auch den für ein Einkaufszentrum typischen Gastronomiebereich. Hier allerdings ohne die in Deutschland bekannten Ketten wie McDonalds oder andere Fastfood-Restaurants. 

  • Es gibt keine einheitlichen Öffnungszeiten. Alle Geschäfte haben andere Zeiten.
  • Aber von 10:00 – 18:00 Uhr haben die meisten Geschäfte von Montag – Samstag auf.

Kringlan
Kringlunni 4-12, 103 Reykjavík, Tel.: +354 517 9000
www.kringlan.is

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NORDIS Redaktion

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