Entdeckungen Schweden

Diabas aus Hägghult

Svarta Bergens – die schwarzen Berge – sind weltberühmt und liegen etwas versteckt in den Wäldern im nördlichen Skånen, ca. 6 km westlich von Lönsboda. Beim Erkunden der weiteren Umgebung von Älmhult bin ich zufällig auf dieses interessante Museum gestossen. Wer dort hin möchte, muss auf der Strasse 119 gut nach dem kleinen Wegweiser Ausschau halten. Solche kleinen Museums sind aber die Suche wert! Der schwarze Granit (Diabas) wird dort immer noch abgebaut.

Was sich in Schweden unter der Erdoberfläche verbirgt, ist interessant für Geologen, Mineraliensammler und Bauingenieure. Viele verschiedene Gesteinsarten aus Schweden haben sich international einen Namen gemacht, vor allem die vielen schön gezeichneten Granit-Arten. Schon früh wurde er in grossem Stil aus Schweden exportiert. Granit war das Vorzugsmaterial für den Strassen- und Kanalbau im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Aber auch für zahlreiche Skulpturen und Denkmäler kam schwedischer Granit zum Einsatz. So etwa für mehrere deutsche Kaiser-Wilhelm-Denkmäler oder für das im Krieg zerstörte Luther-Monument in Berlin. Auch heute noch greifen Künstler gerne auf die uralten Gesteinsvorkommen in Schweden zurück. Ein Steinbruch, der heute noch aktiv im Tagebau genutzt wird, liegt in Hägghult in Nord-Skåne. Hier wird der schwarze Diabas abgebaut, ein besonders feinkörniges, dichtes Gestein mit eigentümlicher Maserung.

Feiner als Granit, ist Diabas in Urzeiten aus geschmolzener Magma. In ganz Schweden gibt es Diabas-Vorkommen. In Hägghult ist der Diabas besonders dunkel und hat der Region daher den Namen «Schwarze Berge» gegeben. Die ebenholz-schwarze Farbe des Hägghult-Gesteins ist bei Bildhauern begehrt und neben dem alten Steinbruchs, als Teil des Bergwerksmuseums hat sich ein Skulpturenpark angesiedelt. In Kombination entsteht für Besucher eine besondere Atmosphäre: der historische Tagebau in hügeliger, grüner Natur mit moderner Kunst an ungewöhnlichen Plätzen. All das macht den Rundgang zum Erlebnis! Das Museum informiert über die Geschichte des Diabas-Abbaus, der einst Arbeit und Geld in eine abgelegene Gegend brachte. Skånes Diabas reiste in alle Welt, so wurde zum Beispiel Teile des Empire State Buildings damit verziert!

Über den Autor

Nordfoto

Durch den Sucher seiner Fotokamera entdeckt Christian Weidmann die Welt und am liebsten ist er in den Weiten der schwedischen Natur unterwegs. Es hat ihn aber auch schon nach Island und Grönland gezogen.

Das weiche Licht, die Stille, die einsamen und weiten Landschaften betören die Sinne. Dort kann er entspannen, Energie für Neues tanken und dort findet seine Seele Ruhe.

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  • Hägghult ist bei jedem Aufenthalt in Älmhult eines unserer Lieblingsziele. Diabas – ein faszinierender Stein. Das Museum ist immer wieder beeindruckend, der See verändert sich und auch die Veränderungen des aktuelle Tagebau.