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Eishöhlen Abenteuer in Island

Der Besuch einer Eishöhle ist vermutlich eines der eindrucksvollsten Dinge, die Du während Deines Aufenthaltes auf Island machen kannst. Grundvoraussetzung dafür ist allerdings, dass Du zwischen Anfang November und Ende März Deine Reise antrittst. Denn nur in diesem Zeitfenster ist es auch möglich, Eishöhlen zu besuchen.

Genaugenommen müsste es übrigens Gletscherhöhlen heißen, denn auf Island befindet sich so gut wie jede natürliche Eishöhle eben unter einem der großen Gletscher dort.

Erst knapp 20 Jahre ist es her, seit zum ersten Mal auch Urlauber in solch eine Höhle geführt wurden. Vorher war dieses Abenteuer touristisch quasi noch völlig unbedeutend. Doch mit den wachsenden Besucherzahlen steigen natürlich auch die Möglichkeiten, wie man den Touristen den Besuch der Insel immer schmackhafter machen kann.

Localguide of Vatnajoekull war seinerzeit einer der Ersten (und lange Zeit auch einzige) Anbieter, der geführter Eishöhlen-Touren angeboten hat. Heutzutage gibt es über 20 größere und kleinere Unternehmen, die solche Touren durchführen. Das Angebot reicht dabei von 1 bis 2-stündigen Ausflügen bis hin zu Ganztages oder sogar Mehrtagestouren inzwischen.

Nicht auf eigene Faust…

Geführte Touren sind auch die einzige Möglichkeit, eine Eishöhle zu besuchen. Auf eigene Faust ist so etwas schlicht viel zu gefährlich, da man selber niemals abschätzen kann, wie instabil eine Höhle ist oder ob sich eventuell gefährliche Gase im Inneren gebildet haben. Erst 2018 kam dadurch ein erfahrener Guide ums Leben, weil selbst er diese Gefahr nicht erkannt hat.

Die Crystal Cave galt lange Zeit als eine der bekanntesten Eishöhlen auf Island. Sie ist zwar nicht besonders groß, dafür schimmert das dort Eis aber blauer, als in jeder anderen Höhle dieser Art. Der große Bekanntheitsgrad hat nur leider auch einen kleinen Nachteil: Wirklich alleine ist man in der Crystal Cave eigentlich nie.

Das Farbspektrum einer Eishöhle reicht von weiß, grau, schwarz, violett, türkis bis hin zu eben jenen faszinierenden Blautönen. Die exakte Farbe hängt dabei von der Dicke und Dichte des Eises ab. Je nachdem, wie dicht das Eis im Laufe der Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende gepresst ist und wie viele Lufteinschlüsse sich darin befinden, leuchtet es eben heller oder dunkler, wenn es mit dem Umgebungslicht in Berührung kommt.

Ebenfalls interessant: Je kälter es ist, umso blauer erscheint das Eis. Wenn es wärmer wird im März gelangt mit zunehmender UV-Strahlung mehr Luft in das Eis. Dann verblassen die Farben langsam aber sicher und werden mitunter zu einem milchigen weiß. Die Ursache für schwarzes Eis ist in aller Regel eingeschlossene Vulkanasche. Es kann allerdings auch sein, dass die Eisschicht schlicht und ergreifend mehrere tausend Jahre und somit extrem alt ist.

Nach dem Besuch Crystal Cave hatten wir uns ein Jahr später für eine etwas umfangreichere Tour entscheiden. Diese dauert 6-7 Stunden und beinhaltet sowohl eine rund 10 km lange Gletscherwanderung über den Breiðamerkurjökull (das ist die Gletscherzunge hinter dem Jökulsárlón), als auch den Besuch zweier Eishöhlen, der Lightroom Icecave sowie der Treasure Island Icevace. Diese beiden Eishöhlen liegen etwas abseits des Mainstreams, daher ist man dort noch weitestgehend alleine vor Ort.

Die Magie des ewigen Eises

Sobald man eine Eishöhle betritt, ist das, als wenn man das Tor zu einer völlig anderen Welt passiert hat. Zum einen ist es dort drin viel wärmer als man denkt. Zum anderen ist es total ruhig. Nur hin und wieder hört man ein beeindruckendes Knarzen, wenn Teile des Gletschers sich um wenige Millimeter bewegen oder das Eis anfängt irgendwo tief im Gletscher zu „arbeiten“. 

In der Treasure Island Icecave muss man sich beispielsweise an einigen Stellen kriechend ein paar Meter fortbewegen. Außer dem Schein der eigenen Stirnlampe auf dem Helm sieht man dann im Prinzip nichts. Wenn man dann in solchen Momenten ein lautes Knacken im Eis hört, ist das schon ein recht mulmiges Gefühl. Man darf einfach nicht weiter drüber nachdenken denke ich.

Es gibt glaube ich nur ganz wenige Dinge, die mich in all den Jahren, wo ich reise, mehr beeindruckt haben als der Besuch einer Eishöhle. Wenn man mit Schutzhelm, Stirnlampe, Spikes und Eispickel durch die glatt geschliffenen Hohlräume im Eis läuft, ist das mit nichts auch nur annähernd zu vergleichen. Die Schutzausrüstung bekommst Du übrigens von dem jeweiligen Veranstalter gestellt, Du musst also nichts selber für solch eine Tour mitbringen.

Falls Du Dich jetzt fragen solltest, wie teuer der Besuch einer Eishöhle überhaupt ist, dann kann ich Dich beruhigen. Es ist glaube ich günstiger, als es auf den ersten Blick den Anschein haben mag. Die Kosten für solche Touren fangen bei circa 120 EUR für zweistündige Ausflüge an und reichen bis weit über 500 EUR für mehrtägige Individualtouren mit privatem Guide.

Persönliche Erfahrungen haben wir mit Localguide of Vatnajoekull und Iceguide gemacht. Beide Unternehmen können wir bedenkenlos weiterempfehlen. Man ist jeweils mit einem privaten Guide unterwegs und die Gruppengröße ist immer schön klein, sodass es auf den Touren schön persönlich zugeht.

Wenn Du noch mehr über Eishöhlen oder Island ganz allgemein erfahren möchtest, dann besuche uns doch auf Reisewut.com

Über den Autor

Reisewut

Auf seinem Blog Reisewut.com erzählt Andreas seit 2006 in Reiseberichten und Blogartikeln von seinen Erlebnissen. Als er Island zum ersten Mal alleine besucht hat, da sollte es ursprünglich bei diesem einen Besuch bleiben. Aber die Insel hat ihm gezeigt, dass man sich tatsächlich irgendwo zu Hause fühlen kann, ohne jemals zuvor dort gewesen zu sein. Seitdem zieht es ihn immer wieder zurück und Island ist zu seinem liebsten Reiseland geworden. Aber auch die Lofoten habe es ihm angetan.

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